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Christina Koch - Pionierin der Artemis-Generation

Christina Koch ist Teil der Artemis II Crew und könnte die erste Frau auf dem Mond werden. Porträt einer außergewöhnlichen Astronautin.

Christina Koch - Pionierin der Artemis-Generation

Am 14. März 2019 startete Christina Hammock Koch zur Internationalen Raumstation. Geplant war ein halbes Jahr. Daraus wurden 328 Tage – der längste Einzelflug einer Frau im Weltraum. Jetzt steht sie vor einer noch größeren Mission: Als Missionsspezialistin von Artemis II wird sie die erste Frau sein, die den Mond umrundet. Und sie könnte die erste Frau werden, die ihn betritt.

Christina Koch

Geboren
1979, Grand Rapids, Michigan
ISS-Aufenthalt
328 Tage (Rekord)
EVAs
6 (42 Std. 15 Min.)
Artemis-Rolle
Missionsspezialistin
Ausbildung
Elektrotechnik, Physik
NASA seit
2013

Vom Eis ins All

Koch, geboren 1979 in Grand Rapids, Michigan, kam nicht auf dem direkten Weg zur NASA. Nach ihrem Studium der Elektrotechnik an der North Carolina State University und einem Master in Physik arbeitete sie zunächst als Ingenieurin am Goddard Space Flight Center. Dann zog es sie an die Enden der Welt – buchstäblich: Als Forscherin verbrachte sie Zeit in der Antarktis und auf Grönland, wo sie wissenschaftliche Instrumente für Feldstationen entwickelte.

Diese Erfahrung in extremen Umgebungen – Isolation, Kälte, begrenzte Ressourcen – erwies sich als ideale Vorbereitung für die Raumfahrt. 2013 wurde Koch in die 21. Astronautengruppe der NASA aufgenommen.

328 Tage, die Geschichte schrieben

Kochs erster Raumflug wurde zu einem der bemerkenswertesten in der Geschichte der ISS. Ursprünglich für sechs Monate geplant, verlängerte die NASA ihren Aufenthalt auf fast elf Monate. In dieser Zeit absolvierte sie sechs Weltraumspaziergänge mit insgesamt 42 Stunden und 15 Minuten außerhalb der Station.

Am 18. Oktober 2019 schrieb sie gemeinsam mit Jessica Meir ein besonderes Kapitel Raumfahrtgeschichte: Der erste Weltraumspaziergang, der ausschließlich von Frauen durchgeführt wurde. Sieben Stunden und 17 Minuten arbeiteten die beiden an der Reparatur eines Batterieladegeräts – ein Routineeinsatz, der durch seine Besetzung zum Symbol wurde.

“Ich hoffe, dass junge Mädchen sehen, dass sie alles erreichen können, wenn sie hart arbeiten und an sich glauben.”

Artemis II – die nächste Grenze

Als Missionsspezialistin von Artemis II wird Koch 2026 eine der vier Personen sein, die den Mond umrunden – die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Ihre Aufgaben umfassen die Überwachung der Bordsysteme, wissenschaftliche Experimente und die Validierung der Lebenserhaltung unter Deep-Space-Bedingungen.

Was diese Mission besonders macht: Koch wird die erste Frau im Mondorbit sein. Keine Frau war je so weit von der Erde entfernt. Zusammen mit Victor Glover (erster Afroamerikaner auf einer Mondmission) und Jeremy Hansen (erster Kanadier) setzt Artemis II gleich mehrere historische Premieren.

Und dann – der Mond?

Die Crew für Artemis III, die erste Mondlandung seit 1972, steht noch nicht fest. Aber Koch gilt als eine der stärksten Kandidatinnen. Ihre Qualifikation ist kaum zu übertreffen: 328 Tage Weltraumerfahrung, sechs EVAs, ein starker wissenschaftlicher Hintergrund und – nach Artemis II – direkte Erfahrung mit dem Orion-Raumschiff und dem Deep Space.

“Wir gehen zurück zum Mond, aber diesmal bleiben wir. Artemis ist der Beginn einer neuen Ära der Weltraumforschung.”

Koch wurde mit der NASA Distinguished Service Medal und der NASA Exceptional Service Medal ausgezeichnet und 2024 in die National Women’s Hall of Fame aufgenommen. Privat ist sie mit Robert Koch verheiratet, wandert, klettert und surft – und hat zwei Hunde namens LBD und Kona.

Ob als erste Frau im Mondorbit oder möglicherweise als erste Frau auf dem Mond: Christina Koch repräsentiert eine neue Generation der Raumfahrt – eine, in der Vielfalt, Wissenschaft und Ausdauer die Grenzen des Möglichen verschieben.